Rechtslage 2026 · Berlin
Rattengift-Verbot 2026: Was nach dem 22. Oktober noch erlaubt ist
Ein Kammerjäger aus Berlin erklärt die neuen Regeln für Privatleute, Hausverwaltungen und Betriebe. Mit Originalquellen und drei Fällen aus unserer Arbeit.
Kurz gesagt
Privatleute konnten Rattengift mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen nur bis zum 25. April 2026 kaufen. Reste dürfen sie bis einschließlich 22. Oktober 2026 verwenden, danach nicht mehr. Seit dem 1. Juli 2026 setzen nur noch geschulte Profis diese Mittel ein, und nur bei nachgewiesenem Befall. Eine starre Grenze von 30 oder 35 Tagen gibt es nicht: Nach spätestens 35 Tagen muss der Einsatz überprüft werden. In Berlin muss Rattenbefall zusätzlich dem Gesundheitsamt gemeldet und von einer Fachkraft bekämpft werden.
Inhalt dieser Seite
Seit dem Frühjahr höre ich am Telefon fast jede Woche dieselbe Frage: „Darf ich das Rattengift aus dem Keller noch benutzen?“ Oft kommt gleich die zweite hinterher: „Stimmt es, dass man Ratten jetzt nur noch 30 Tage bekämpfen darf?“
Die erste Frage hat eine klare Antwort mit Datum. Die zweite beruht auf einem Missverständnis, das sich in Zeitungsartikeln und Foren hartnäckig hält. Ich bekämpfe seit 2015 Ratten und Mäuse in Berlin. Für diesen Text habe ich die Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), die Hinweise des Umweltbundesamts und die neue Berliner Verordnung im Original gelesen. Hier steht, was davon stimmt, jeweils mit Link zur Quelle. Und wie wir selbst damit arbeiten.
Die Fristen auf einen Blick
Das „Rattengift-Verbot“ ist kein einzelnes Gesetz. Es setzt sich aus neuen Zulassungen der BAuA, Übergangsfristen und in Berlin einer eigenen Landesverordnung zusammen. Deshalb kursieren so viele unterschiedliche Daten. Die folgenden stammen direkt von den Behörden.
- 25. April 2026Verkaufsende für Privatleute
Seitdem gibt es für Verbraucher kein Rattengift mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen mehr, weder im Baumarkt noch online. [1]
- 9. Mai 2026Neue Berliner Verordnung
Rattenbefall muss dem Gesundheitsamt gemeldet und von einer Fachkraft bekämpft werden. [11]
- 1. Juli 2026Neue Zulassungen der BAuA
Nur noch geschulte Profis mit Sachkunde, nur bei nachgewiesenem Befall. Die vorbeugende Dauerbeköderung ist vorbei. [1]
- 22. Oktober 2026wichtigLetzter Tag für Restbestände
Bis einschließlich zu diesem Tag dürfen Privatleute gekauftes Gift noch verwenden. Danach nicht mehr. [1]
- 28. Dezember 2026Abverkauf alter Profi-Packungen endet
Profiprodukte mit alter Zulassung dürfen bis dahin noch verkauft werden. [1]
- 31. Dezember 2026EU-Genehmigung der Wirkstoffe läuft aus
Bis zu diesem Datum ist die Genehmigung der Wirkstoffe verlängert. Weitere Änderungen sind möglich. [10]
- 26. Juni 2027Aufbrauchfrist für Profis
Letzter Tag, an dem Profis Altbestände nach den alten Bedingungen verbrauchen dürfen. [1]
Was genau verboten ist und was nicht
Betroffen sind Köder mit Antikoagulanzien, also Wirkstoffen, die die Blutgerinnung hemmen. Dazu gehören Brodifacoum, Bromadiolon, Difenacoum, Difethialon, Flocoumafen, Chlorphacinon und Coumatetralyl. Das betrifft den allergrößten Teil dessen, was bisher als Rattengift oder Mäusegift im Regal stand. Seit dem 1. Juli 2026 sind diese Mittel laut BAuA nur noch für die Verwendung durch geschulte berufsmäßige Verwender mit Sachkunde vorgesehen [1]. Wer ohne diese Sachkunde auslegt, handelt ordnungswidrig. Das Chemikaliengesetz nennt dafür Bußgelder bis 50.000 Euro [7] [8].
Privatperson
kein GiftKaufen seit 25.04.2026 nicht mehr möglich, Reste bis 22.10.2026. Danach bleiben Fallen, Vorbeugung und der Fachbetrieb. In Berlin gilt bei Ratten ohnehin: Fachkraft beauftragen.
Hausmeister, Betrieb ohne Sachkunde
kein GiftAntikoagulanzien nur mit Sachkunde nach Gefahrstoffverordnung. Unterwiesene Mitarbeiter dürfen nur unter ständiger Aufsicht einer sachkundigen Person arbeiten [7].
Landwirtschaft
eingeschränktDie vorbeugende Dauerbeköderung auf Höfen ist mit den neuen Zulassungen entfallen. Für die Sachkunde gelten Übergangsfristen.
Schädlingsbekämpfer
mit AuflagenWeiterhin erlaubt, gegen Ratten in allen Bereichen und gegen Hausmäuse im Gebäude. Aber nur bei festgestelltem Befall, mit Kontrollen, Dokumentation und ohne Giftköder auf Vorrat.
Was die neuen Zulassungen ausdrücklich ausschließen: Gift auf Vorrat auszulegen, damit gar nicht erst Ratten kommen, und Giftköder zur Überwachung zu verwenden. Die BAuA nennt das „befallsunabhängige Dauerbeköderung (Permanentbeköderung)“, außerdem die Verwendung „zur Vorbeugung eines Nagetierbefalls, zur Befallsermittlung oder zur Überwachung von Nagetieraktivität“ [1].
Zwei Sonderregeln betreffen vor allem Hausverwaltungen mit Grundstücken am Wasser und die Kanalisation. In der Kanalisation dürfen die Köder nur noch in Köderschutzstationen liegen, die jeden Kontakt mit dem Abwasser verhindern. In einem Abstand von fünf Metern zu Gewässern sind manipulationssichere Stationen Pflicht [1].
Die 35-Tage-Regel: Was wirklich drinsteht
Überall liest man, Ratten dürften jetzt „nur noch 30 bis 35 Tage“ bekämpft werden. So steht es nirgends. In den Anwendungsbestimmungen, die das Umweltbundesamt für Profis zusammengefasst hat, lautet der Satz:
„Das Produkt nicht länger als 35 Tage ohne Überprüfung der Befallssituation und der Wirksamkeit der Beköderung verwenden.“ [3]
Der entscheidende Teil ist „ohne Überprüfung“. Nach spätestens 35 Tagen muss der Schädlingsbekämpfer prüfen, warum noch Köder gefressen werden. Die üblichen Gründe: Aus der Nachbarschaft wandern neue Tiere zu, es gibt zu viel anderes Futter, oder die Ratten sind gegen den Wirkstoff resistent. Dann ändert man die Strategie. Aufhören muss man nicht. Das Umweltbundesamt schreibt ausdrücklich, dass eine Bekämpfung bei andauerndem Befall „auch dauerhaft durchgeführt werden“ kann, als Langzeitbekämpfung. Die Köderstellen müssen dann „wie bisher wöchentlich kontrolliert“ werden [2].
Vermutlich kommt die Zahl 30 aus einer Kurzfassung, in der von der „akuten Bekämpfungsphase“ von etwa einem Monat die Rede war. In Überschriften wurde daraus ein Verbot, das es so nicht gibt.
Warum gerade 35 Tage?
Das hat mit der Biologie zu tun. Blutgerinnungshemmende Köder wirken erst drei bis sieben Tage nach der Aufnahme [4]. Ratten sind vorsichtig und testen neues Futter. Weil die Wirkung so spät kommt, verbinden sie die Beschwerden nicht mit dem Köder und fressen weiter. Bei einem normalen Befall frisst die Kolonie in den ersten zwei, drei Wochen, danach geht die Köderaufnahme deutlich zurück. Wer nach fünf Wochen immer noch denselben Fraß sieht, hat ein Problem, das mehr Gift nicht löst.
Wie oft kontrolliert wird, ist ebenfalls geregelt. Die erste Kontrolle ist nach dem fünften Tag vorgesehen, danach wird wöchentlich geprüft. Das gilt auch für Einsätze, die länger als 35 Tage dauern. Bei jeder Kontrolle wird die Umgebung nach toten Tieren abgesucht, damit kein Greifvogel oder Fuchs sie frisst [3].
Abgeschlossen in weniger als drei Wochen. Ab der zweiten Kontrolle waren die Köder unberührt.
Die Grafik zeigt fünf Wochen: Auslegen der Köder mit erster Kontrolle nach dem fünften Tag, danach wöchentliche Kontrollen und am Tag 35 eine Pflichtüberprüfung. Darunter der Fall aus Pankow, der nach weniger als drei Wochen abgeschlossen war.
Warum der Staat das Gift zurückholt
Die Verzögerung, die Rattengift so wirksam macht, ist auch sein größtes Problem. Eine vergiftete Ratte lebt noch Tage, wird langsamer und ist leichte Beute. Wer sie frisst, nimmt das Gift mit auf. Diese Stoffe sind langlebig und reichern sich in der Nahrungskette an. Das Umweltbundesamt zählt Mäusebussarde, Eulen, Füchse und Wiesel zu den besonders gefährdeten Tieren [4].
der untersuchten toten Habichte und Rotmilane hatten Rattengift in der Leber [17]
der Habichte lagen über dem Wert für eine akute Vergiftung [17]
von 265 untersuchten Fuchslebern enthielten Rückstände [18]
untersuchten Fischlebern aus Flüssen waren belastet [19]
Für uns in Berlin ist ein Befund des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung besonders unangenehm. Die Forscher schreiben: „Besonders mit Rodentiziden belastet sind Habichte im städtischen Raum in Berlin sowie Rotmilane.“ [17] Wer in der Stadt Nagetiere jagt, frisst mit, was hier gegen Ratten ausgelegt wird.
Der zweite Weg führt über das Abwasser. Köder, die früher am Draht in Kanalschächten hingen, geben Wirkstoffe ins Wasser ab. Kläranlagen bauen sie nicht vollständig ab [19]. In Fischen stellten Forscher bereits bei Konzentrationen, wie sie in freilebenden Tieren gemessen werden, Blutgerinnungsstörungen fest [20]. Bei Fischottern lag der höchste gemessene Wert bei 920 Nanogramm pro Gramm Lebergewebe [21]. Deshalb sind im Kanal nur noch geschlossene Stationen ohne Wasserkontakt erlaubt.
Resistenz: Mehr Gift hilft nicht
Der dritte Grund betrifft uns Schädlingsbekämpfer direkt. In Nordwestdeutschland gibt es Wanderratten mit einer Genveränderung (Tyr139Cys), gegen die Bromadiolon und Difenacoum nicht mehr zuverlässig wirken. Resistente Hausmäuse sind über ganz Deutschland verteilt [22]. Das Umweltbundesamt sieht in der permanenten, selten kontrollierten Köderauslage einen Treiber dieser Entwicklung [2]. Die Dauerbeköderung war deshalb ein Problem, das sich selbst verstärkt hat. In den Niederlanden, Frankreich, Dänemark und Österreich ist sie zum Teil schon seit Jahren verboten [2].
Was in Berlin zusätzlich gilt
Berlin hat im Frühjahr eine eigene, neue Schädlingsbekämpfungsverordnung beschlossen. Sie ist seit dem 9. Mai 2026 in Kraft und ersetzt die alte Fassung [11]. Für Ratten sind die Regeln strenger als im Bundesrecht, und zwar unabhängig davon, ob man Gift verwendet oder nicht.
- 1
- 2Fachkraft beauftragen
Die Bekämpfung übernimmt eine Fachkraft. Wer selbst Bekämpfungsmaßnahmen durchführt, ohne Fachkraft zu sein, begeht eine Ordnungswidrigkeit [11].
- 3
Verstöße können mit bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Auf öffentlichem Grund, also etwa auf Grünflächen und Gehwegen, kümmert sich das Bezirksamt selbst. Mäuse muss in Berlin niemand melden [12].
- Mitte 1.703 (1.290)
- Friedrichshain-Kreuzberg 1.433 (1.121)
- Marzahn-Hellersdorf 1.217 (1.407)
- Pankow 780 (464)
- Neukölln 777 (835)
- Lichtenberg 628 (753)
- Tempelhof-Schöneberg 463 (509)
- Treptow-Köpenick 407 (653)
- Charlottenburg-Wilmersdorf 405 (361)
- Reinickendorf 384 (207)
- Steglitz-Zehlendorf 365 (230)
- Spandau 172 (157)
Hervorgehoben: die Bezirke unserer drei Beispiele. Das Landesamt weist darauf hin, dass die Zahl der Maßnahmen nichts über die tatsächliche Zahl der Ratten aussagt.
Stadtweit gab es 2025 genau 8.734 Rattenbekämpfungen, 2024 waren es 8.666 und 2023 noch 7.987. Vor einigen Jahren lagen die Zahlen allerdings deutlich höher: 11.450 im Jahr 2018 [15]. Auffällig ist Pankow. Dort stieg die Zahl von 464 im Jahr 2023 auf 780 im Jahr 2025, das sind rund zwei Drittel mehr. Das passt zu dem, was wir in den Gärten im Norden der Stadt sehen.
Wie wenig Gift allein ausrichtet, zeigt der Hermannplatz. Das Bezirksamt Neukölln hat dort nach eigenen Angaben seit längerer Zeit Giftköder ausgelegt, und bewertet das in einer Allgemeinverfügung vom August 2026 selbst als „nicht effektiv, da das Nahrungsangebot für die Ratten noch zu groß ist“ [14]. Seitdem ist das Füttern von Tieren dort verboten, mit Bußgeldern bis 25.000 Euro. Unter der Straße arbeiten die Berliner Wasserbetriebe: Nach eigenen Angaben sind 10 bis 20 Prozent des Kanalnetzes aktiv mit Ködern bestückt [16].
Was Sie jetzt noch selbst tun können
Ohne Gift sind Sie nicht machtlos. Bei Ratten in Berlin ist die Fachkraft zwar Pflicht, aber vieles, was den Erfolg ausmacht, liegt beim Hausbesitzer. Bei Mäusen in der Wohnung kommen Sie mit Fallen oft allein weiter.
Das hilft
- Futter wegnehmen: Mülltonnen schließen, kein Vogelfutter am Boden, Kompost ohne Speisereste, Fallobst aufsammeln.
- Löcher schließen: Wanderratten passen durch Öffnungen ab 2 cm [5]. Kellerfenster vergittern, Rohrdurchführungen abdichten.
- Schlagfallen in einer Box: erst ein paar Tage mit Köder, aber ungespannt aufstellen, damit die Tiere die Scheu verlieren [6].
- Fallen mindestens täglich kontrollieren, besser alle 12 Stunden [4]. Bei Lebendfallen ist das Pflicht, sonst leidet das Tier.
Das lassen Sie besser
- Ultraschallgeräte: Laut Umweltbundesamt haben sie sich bisher als wirkungslos erwiesen [5].
- Gift aus dem Ausland oder von Kleinanzeigen, dazu mehr im Kasten unten.
- Klebefallen: Die Tiere sterben daran langsam. Wir setzen sie nicht ein.
- Nach dem 22.10.2026 Restgift „nur noch schnell aufbrauchen“. Ab dem 23. Oktober ist das Verwenden nicht mehr erlaubt.
Rattengift aus Polen?
Seit dem Verkaufsende suchen jeden Monat viele Menschen nach „Rattengift aus Polen“. Davon rate ich dringend ab. In Deutschland darf nur ein Biozid verwendet werden, das hier zugelassen ist. Wer ein nicht zugelassenes Mittel verwendet, verstößt gegen die EU-Biozidverordnung. Die Chemikalien-Sanktionsverordnung stellt das unter Strafe, das Chemikaliengesetz sieht Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren vor [9] [8]. Dazu kommt das praktische Problem: Ohne deutsche Gebrauchsanweisung weiß niemand, wie hoch dosiert der Köder ist und wie er sicher ausgelegt wird.
Wohin mit dem alten Rattengift?
Viele haben noch angebrochene Packungen im Schuppen. Rattengift gehört weder in die Toilette noch in die Biotonne, und auch nicht einfach in den Wald gestreut. In Berlin nimmt die BSR Schadstoffe von Privathaushalten auf sechs Recyclinghöfen an, bis zu 20 Kilogramm pro Schadstoff und Tag kostenlos [25]:
- Behmstraße
- Brunsbütteler Damm
- Gradestraße
- Hegauer Weg
- Nordring
- Oberspreestraße
Lassen Sie das Gift in der Originalverpackung und kleben Sie offene Packungen zu. Wenn die Packung nicht mehr lesbar ist, schreiben Sie „Rattengift“ darauf, damit die Mitarbeiter wissen, was sie in der Hand halten. Öffnungszeiten und die Liste der angenommenen Stoffe finden Sie bei der BSR.
Hausverwaltung, Gastronomie, Gewerbe: Was sich ändert
Am stärksten spüren die neuen Regeln Betriebe, die bisher ganzjährig Giftköder an der Außenwand stehen hatten, weil der Auditor oder die Hausverwaltung das so wollte. Diese vorbeugende Dauerbeköderung ist mit den neuen Zulassungen vorbei. Restbestände mit alter Zulassung dürfen Profis zwar noch bis zum 26. Juni 2027 nach den alten Bedingungen verbrauchen [1], aber neue Verträge sollte niemand mehr darauf aufbauen.
An die Stelle tritt ein Monitoring ohne Gift: Köderstationen mit giftfreien Fraßködern, Schlagfallen in Boxen oder digitale Fallen, die einen Fang melden. Erst wenn ein Befall nachgewiesen ist, kommt Gift ins Spiel, und dann mit wöchentlicher Kontrolle. Jeder Einsatz wird dokumentiert: Ort, Ziel, eingesetztes Mittel mit Menge und wer die Bekämpfung durchgeführt hat. Diese Unterlagen sind mindestens fünf Jahre aufzubewahren [3].
Für Restaurants und Lebensmittelbetriebe ist das wichtig, weil bei HACCP-Kontrollen und Audits nach Köderplänen gefragt wird. Der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband hat schon im November 2025 davor gewarnt, dass Auditoren teils Anforderungen stellen, die nicht mit der Rechtslage übereinstimmen [24]. Wenn Ihr Auditor weiter auf Dauergift besteht, sprechen Sie uns an. Wir zeigen Ihnen, wie ein rechtskonformer Köderplan aussieht.
So gehen wir bei Ratten vor
Damit Sie wissen, was Sie erwartet, wenn Sie uns rufen. Der Ablauf entspricht den neuen Regeln und der Berliner Verordnung.
- 1 Befallsaufnahme
Wir suchen Kot, Laufspuren, Nagestellen und Baue und bestimmen, ob es Wanderratten oder Hausratten sind. Erst damit ist der Befall nachgewiesen, und erst dann darf überhaupt Gift eingesetzt werden.
- 2 Meldung und Plan
In Berlin gehört die Meldung ans Gesundheitsamt dazu. Wir legen fest, wo Köderschutzstationen oder Fallen hinkommen, und zeigen Ihnen die Stellen.
- 3 Wöchentliche Kontrolle
Die erste Kontrolle nach etwa fünf Tagen, dann jede Woche. Gefressene Köder werden ersetzt, tote Tiere eingesammelt, alles kommt ins Protokoll.
- 4 Ursache beseitigen
Parallel suchen wir den Unterschlupf und die Eintrittsstellen. Ein gefundenes Nest verkürzt einen Einsatz oft um Wochen.
- 5 Überprüfung
Nach der dritten Kontrolle entscheiden wir mit Ihnen, wie es weitergeht, spätestens am Tag 35 ist diese Überprüfung Pflicht.
- 6 Abschluss
Alle Köder kommen wieder raus. Sie erhalten die Bescheinigung mit den verwendeten Mitteln und Zulassungsnummern für das Gesundheitsamt.
Kontrollen und die Bescheinigung für das Gesundheitsamt sind im Preis enthalten. Den genauen Betrag nennen wir nach der Befallsaufnahme und bevor wir anfangen. Wie sich die Kosten zusammensetzen, steht in unserer Preisübersicht. In einer Mietwohnung zahlt in aller Regel der Vermieter, Details dazu in unserem Beitrag Schädlingsbekämpfung in der Mietwohnung: Wer zahlt?
Häufige Fragen zum Rattengift-Verbot
Welches Rattengift ist 2026 noch erlaubt?
Für Privatleute gibt es seit dem 25. April 2026 kein Rattengift mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulanzien) mehr zu kaufen, und ab dem 23. Oktober 2026 dürfen sie es auch nicht mehr verwenden. Geschulte Schädlingsbekämpfer mit Sachkunde dürfen diese Mittel weiter einsetzen, aber nur bei einem nachgewiesenen Befall und mit regelmäßigen Kontrollen.
Darf ich nach dem 22. Oktober 2026 noch Rattengift auslegen?
Nein. Der 22. Oktober 2026 ist laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin der letzte Tag, an dem Privatleute Restbestände verwenden dürfen. Wer danach noch auslegt, verwendet ein Produkt ohne gültige Zulassung. Das kann nach dem Chemikaliengesetz als Straftat verfolgt werden.
Gilt das Verbot auch für Mäusegift?
Ja, soweit es sich um Mittel mit Antikoagulanzien handelt, und das sind die meisten Mäuseköder. Gegen Mäuse im Haus bleiben Schlagfallen und Lebendfallen erlaubt. Mäuse sind in Berlin nicht meldepflichtig.
Darf man Ratten jetzt nur noch 30 oder 35 Tage bekämpfen?
Nein, das ist eine verkürzte Darstellung. Die Anwendungsbestimmungen verlangen, dass ein Profi den Einsatz nach spätestens 35 Tagen überprüft: Ist der Befall noch da, wirkt der Köder, gibt es Zuwanderung oder Resistenz? Bei andauerndem Befall ist eine Langzeitbekämpfung mit wöchentlichen Kontrollen weiterhin zulässig.
Muss ich Ratten in Berlin melden?
Ja. Nach der Berliner Schädlingsbekämpfungsverordnung muss die verantwortliche Person, meist Eigentümer oder Hausverwaltung, einen Rattenbefall unverzüglich dem Gesundheitsamt des Bezirks melden und eine Fachkraft mit der Bekämpfung beauftragen. Auf öffentlichem Grund übernimmt das Bezirksamt die Bekämpfung.
Darf ich Rattengift aus Polen oder aus dem Internet verwenden?
Nein. In Deutschland darf nur ein Biozid verwendet werden, das hier zugelassen ist. Die Verwendung eines nicht zugelassenen Mittels ist nach der Chemikalien-Sanktionsverordnung strafbar, das Chemikaliengesetz sieht Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren vor.
Wie schnell wirkt Rattengift?
Blutgerinnungshemmende Köder wirken verzögert, in der Regel drei bis sieben Tage nach der Aufnahme. Deshalb bringen Ratten ihre Beschwerden nicht mit dem Köder in Verbindung und fressen weiter. Genau diese Verzögerung ist auch der Grund, warum Greifvögel und Füchse vergiftete Tiere fressen.
Mein Hund hat Rattengift gefressen. Was tun?
Sofort zum Tierarzt oder in die Tierklinik fahren, auch wenn der Hund noch gesund wirkt, und die Verpackung oder ein Foto davon mitnehmen. Die Wirkung setzt verzögert ein, und für Antikoagulanzien gibt es beim Tierarzt ein Gegenmittel.
Wo entsorge ich altes Rattengift in Berlin?
Bei den Schadstoffannahmestellen der BSR auf sechs Recyclinghöfen: Behmstraße, Brunsbütteler Damm, Gradestraße, Hegauer Weg, Nordring und Oberspreestraße. Privathaushalte können dort bis zu 20 Kilogramm pro Schadstoff und Tag kostenlos abgeben. Nicht in die Toilette und nicht in die Biotonne.
Helfen Ultraschallgeräte gegen Ratten?
Nach Einschätzung des Umweltbundesamts haben sich Ultraschall- und ähnliche Vertreibungsgeräte bisher als wirkungslos erwiesen. Wirksam sind Nahrung entziehen, Eintrittsstellen ab 2 cm verschließen und bei Befall fachgerechte Fallen oder eine professionelle Bekämpfung.
Was kostet ein Kammerjäger gegen Ratten in Berlin?
Bei Kammerjäger Absolut kostet eine Rattenbekämpfung ab 195 Euro Festpreis, eine Mäusebekämpfung ab 150 Euro. Die Kontrollen und die Dokumentation für das Gesundheitsamt sind enthalten. Den genauen Preis nennen wir nach der Befallsaufnahme, bevor wir anfangen.
Geschrieben von
Inhaber von Kammerjäger Absolut in Berlin-Reinickendorf. Seit 2015 bekämpft er mit seinem Team Ratten, Mäuse und andere Schädlinge in ganz Berlin, mehr als 4.000 Einsätze. Dieser Beitrag gibt den Stand vom 28. September 2026 wieder. Ändert sich die Rechtslage, aktualisieren wir ihn.
Quellen (25)
- [1]BAuA: Biozid-Verordnung, Informationen zum Zulassungsverfahren (Stand Juli 2026)
- [2]Umweltbundesamt: Was ist eine befallsunabhängige Dauerbeköderung und warum wird sie nicht mehr zugelassen? (15.06.2026)
- [3]Umweltbundesamt: Gute fachliche Anwendung von Nagetierbekämpfungsmitteln mit Antikoagulanzien, für geschulte berufsmäßige Verwender
- [4]Umweltbundesamt: Rodentizide
- [5]Umweltbundesamt: Wanderratte
- [6]Umweltbundesamt: Worauf muss man beim Einsatz von Fallen zur Nagetierbekämpfung achten?
- [7]Gefahrstoffverordnung § 15c (Sachkunde bei Biozid-Produkten)
- [8]Chemikaliengesetz § 26 (Bußgelder) und § 27 (Strafvorschriften)
- [9]Chemikalien-Sanktionsverordnung § 4 (Verstöße gegen die EU-Biozidverordnung)
- [10]EU-Durchführungsbeschluss 2024/734: Verschiebung des Ablaufs der Wirkstoffgenehmigungen auf den 31.12.2026
- [11]Berliner Schädlingsbekämpfungsverordnung vom 22.04.2026
- [12]Service Berlin: Schädlingsbefall melden
- [13]Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf: Ratten
- [14]Bezirksamt Neukölln: Allgemeinverfügung Ratten Hermannplatz (14.08.2026)
- [15]dpa / Landesamt für Gesundheit und Soziales: 8.734 Rattenbekämpfungsmaßnahmen in Berlin 2025 (25.04.2026)
- [16]Berliner Wasserbetriebe: Fragen und Antworten
- [17]Leibniz-IZW: Untersuchung toter Greifvögel zeigt Bedrohung durch Nagetiergifte (23.03.2021)
- [18]Umweltbundesamt, Texte 04/2018: Rückstände von als Rodentizid ausgebrachten Antikoagulanzien in Wildtieren
- [19]Umweltbundesamt, Pressemitteilung 35/2020: Bekämpfung von Ratten führt zur Belastung von Fischen
- [20]Umweltbundesamt, Pressemitteilung 21/2025: Rattengift schädigt Fische
- [21]bi-medien: Rattengifte in der Nahrungskette, Giftstoffe in Fischottern nachgewiesen
- [22]Esther, Endepols, Freise u. a.: Rodentizidresistenz bei Wanderratten und Hausmäusen, Bundesgesundheitsblatt 2014
- [23]Julius Kühn-Institut: Hausmäuse erfolgreich bekämpfen (Faltblatt)
- [24]Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband: Informationen zur aktuellen Rechtslage bei Rodentiziden
- [25]BSR: Schadstoffe richtig entsorgen
Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Zulassung und die Gebrauchsanweisung des jeweiligen Produkts.
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Ratten am Haus oder Mäuse in der Wohnung?
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