„Da ist eine Maus im Keller!" — und am nächsten Tag stellt sich heraus, dass es eine junge Wanderratte war. Die Verwechslung ist häufig und teuer: Bekämpfungsmethoden, Köderdosierung und rechtliche Meldepflichten unterscheiden sich erheblich. Wir zeigen, wie Sie aus der Distanz und anhand von Spuren entscheiden, mit welchem Tier Sie es zu tun haben.
Die schnelle Entscheidung anhand der Größe
Eine ausgewachsene Hausmaus wiegt 15 bis 30 Gramm und ist mit Schwanz etwa 15 cm lang — Körper allein etwa 8 cm. Eine ausgewachsene Wanderratte wiegt 200 bis 500 Gramm und ist mit Schwanz 35 bis 50 cm lang. Wenn Sie also etwas im Garten oder Keller huschen sehen, das deutlich größer als Ihre Handfläche ist — Ratte. Tückisch sind junge Wanderratten, die mit etwa drei Wochen die Größe einer ausgewachsenen Maus haben, aber bereits einen plumperen Körperbau zeigen. Hier hilft der Schwanz: bei der Maus ist er fadenartig dünn und länger als der Körper, bei der Ratte deutlich dicker und kürzer als der Körper.
Wanderratte vs. Hausratte — der wichtigere Unterschied
In Berlin ist die Wanderratte (Rattus norvegicus) die fast ausschließlich vorkommende Art. Sie ist 95 % aller Rattenfälle, die wir behandeln. Die Hausratte (Rattus rattus) ist heute in Berlin praktisch ausgestorben — wir haben in zehn Jahren vielleicht zwei oder drei Fälle gehabt, fast immer in Hafenanlagen oder auf alten Speichern. Praktisch bedeutet das: wenn jemand „Hausratte" sagt, meint er fast immer eine Wanderratte.
Wer trotzdem unterscheiden will: Wanderratten leben am Boden, in Kanalisation, Kompost und Kellern. Hausratten klettern hervorragend und nisten in Dachstühlen und Speichern. Wanderratten haben kleine Ohren und einen kurzen, dicken Schwanz; Hausratten haben große Ohren und einen Schwanz, der länger als der Körper ist.
Kot — die wichtigste Spur
Mäuse hinterlassen Kot von 3 bis 6 mm Länge, spitz zulaufend, schwarz, ähnlich wie Reiskörner. Sie verlieren über 50 Kotpellets pro Tag, die überall im Aktionsbereich liegen. Wanderrattenkot ist 15 bis 20 mm lang, dick wie ein Bleistiftspitzen-Stumpf, leicht gebogen, oliv- bis dunkelbraun. Allein der Größenunterschied macht die Bestimmung in 90 % der Fälle eindeutig.
Wo Sie den Kot finden, sagt zusätzlich etwas: Mäusekot ist meist in Schubladen, Vorratsschränken, hinter Geräten und auf Fußleisten. Rattenkot ist eher in Kellern, Heizungskammern, am Komposthaufen und entlang von Wänden in unbenutzten Räumen.
Geräusche und Verhalten
Mäuse sind hörbar — sie trippeln nachts in Wänden, kratzen an Verpackungen, machen ein hohes „Pieken". Eine einzelne Maus erzeugt mehr Lärm, als man erwartet. Ratten sind schwerer und langsamer, ihre Geräusche sind ein dumpfes Trippeln oder Schaben. Wenn Sie „etwas Großes durch die Decke laufen" hören, ist es entweder ein Marder oder eine Ratte (Mäuse sind dafür zu leicht).
Mäuse sind neugierig und tagsüber gelegentlich sichtbar. Wanderratten sind extrem scheu, dämmerungs- und nachtaktiv, und werden in einer normalen Wohnung tagsüber praktisch nie gesehen — wer eine Ratte am Tag durch den Keller laufen sieht, hat einen massiven Befall oder ein krankes Tier. Beides sind Gründe für sofortiges Eingreifen.
Wo finden Sie die Tiere typischerweise in Berlin?
- Hausmaus: Altbauten in Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain und Prenzlauer Berg, Erdgeschosswohnungen, Restaurants, Bäckereien. Fast jede Berliner Altbauwohnung hat irgendwann Mäusekontakt.
- Wanderratte: Kanalisation in allen Bezirken, Komposthaufen, Bauernhöfe in Brandenburg, Hinterhöfe mit Mülllogistik, Kleingartenkolonien (Schrebergärten), Berliner U-Bahn-Tunnel.
Bekämpfung — warum die Unterscheidung zählt
Die Mäusebekämpfung erfolgt bei uns mit kleinen Schlagfallen, Lebendfallen oder bei größerem Befall mit Köderboxen. Die Rattenbekämpfung arbeitet mit deutlich größeren Köderstationen, anderen Wirkstoffdosierungen und ist nach §17 IfSG meldepflichtig, wenn ein Befall in einem öffentlich zugänglichen Bereich oder in einem Lebensmittelbetrieb festgestellt wird. Ein falsch dosierter Köder für eine Maus tötet die Ratte nicht — eine Ratte mit zu kleiner Köderdose lernt das Gift kennen und meidet es danach (Köderscheue).
Deshalb ist die korrekte Identifikation der erste Schritt — und einer der Punkte, bei denen sich ein professioneller Kammerjäger von Baumarktprodukten unterscheidet.
Was bei Verdacht zu tun ist
Wenn Sie sich nicht sicher sind: machen Sie ein scharfes Foto vom Kot mit einem Maßstab daneben (Kugelschreiber oder Zollstock) und schicken es uns per WhatsApp. Wir bestimmen die Art kostenlos innerhalb einer Stunde. Bei bestätigtem Befall kommen wir am selben Tag in Berlin und stellen Köder oder Fallen auf. Festpreis ab 110 Euro für Mäuse, ab 140 Euro für Ratten, jeweils mit Folgekontrolle innerhalb von zwei Wochen.
Direkter Draht: 030 340 46 300.
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