Kleidermotten sind der stille Schaden. Man bemerkt sie meist erst, wenn der Lieblings-Pullover ein Loch hat. Wir behandeln in Berlin mehrere Kleidermotten-Befälle pro Monat — vor allem in Altbauten mit Holzkleiderschränken und in Wohnungen, in denen alte Wolle und Pelz lange hängen. Hier ist, was Sie selbst machen können und wann ein Profi-Einsatz sinnvoll ist.
Kleidermotte oder Lebensmittelmotte?
Erst einmal richtig identifizieren. Die Kleidermotte (Tineola bisselliella) ist golden-beige, etwa 6-8 mm lang, sitzt gerne in dunklen Schrankecken und fliegt eher flatterig-unsicher. Die Lebensmittelmotte (Dörrobstmotte) ist grau-braun mit dunkleren Flügelspitzen, 10 mm, und findet sich in Küchenregalen um Mehl, Nüsse und Müsli. Unterschiedliche Tiere, unterschiedliche Bekämpfung. Dieser Artikel betrifft die Kleidermotte.
Woran erkennt man einen Befall?
- Löcher in Wolle, Seide, Pelz, Filz — unregelmäßig verteilt, nicht rund. Synthetik wird nie angegriffen.
- Weißliche Gespinströhrchen auf Stoffen, besonders auf Wolldecken und in Schrankecken. Die Larven bauen daraus Schutz.
- Kleine haarförmige Kotkrümel auf Kleiderböden und in Schubladen.
- Kleine Motten fliegen aus dem Schrank, wenn Sie ihn öffnen — besonders im Sommer.
- Häutungsreste — durchscheinende, weißliche Larvenhüllen an Schranknähten.
Der eigentliche Schaden kommt nicht von den erwachsenen Motten (die fressen nichts), sondern von den Larven. Sie brauchen Keratin — das Protein in Tierhaaren. Deshalb: alles mit Tierhaar-Anteil ist gefährdet, reine Baumwolle und Synthetik nicht.
Sofort-Maßnahmen
- Schrank komplett leer räumen. Nicht selektiv — alles raus, auch was vermeintlich nicht betroffen ist. Larven sitzen oft, wo man sie nicht erwartet.
- Waschen bei 60 °C oder einfrieren. Alles, was heiß waschbar ist, bei 60 °C waschen — das tötet Eier und Larven. Empfindliche Wolle, Kaschmir und Pelz kommen für mindestens 72 Stunden bei -18 °C in die Gefriertruhe, dicht verpackt in Plastiktüten (besser 1 Woche, um ganz sicher zu gehen).
- Schrank gründlich aussaugen. Alle Ecken, Schubladenfugen, hinter Regalböden. Den Staubsaugerbeutel danach sofort draußen in die Mülltonne.
- Schrank mit Essigwasser auswischen. Verdünnter Haushaltsessig im Eimer, damit alle Flächen auswischen. Essig vertreibt Motten geruchlich und tötet Eier, die an glatten Flächen haften.
- Textilien sortieren. Alles was Sie ein Jahr nicht getragen haben und aus Naturfaser ist: in Vakuumbeutel oder dicht verpackt.
Biologisch nachhaltig: Schlupfwespen
Unser Mittel der Wahl für alle Motten-Einsätze ist seit Jahren die Trichogramma-Schlupfwespe. Das klingt abenteuerlich, ist aber ein ausgereiftes Verfahren, komplett ohne Chemie. Die Schlupfwespen sind winzig (0,4 mm — kleiner als ein Sandkorn), für den Menschen unsichtbar, und parasitieren die Eier der Kleidermotte. Nach 3-4 Wochen sind alle Motteneier vernichtet, dann sterben die Schlupfwespen ab und lösen sich in Staub auf.
Vorteile: 100 % biologisch, sicher für Kinder, Haustiere und Allergiker, keine Chemie in der Wohnung, funktioniert auch in empfindlichen Bereichen wie Säuglings-Schlafzimmer. Nachteil: Sie brauchen Geduld — die Wirkung ist nach 8-10 Wochen vollständig.
Wir setzen Schlupfwespen über 8-10 Wochen in 3-4 Chargen aus. Kosten: für eine normale Wohnung ca. 180-280 EUR inklusive Nachversand.
Chemisch bei starkem Befall
Wenn der Befall massiv ist (ein ganzer Pelz- oder Teppichbestand ist betroffen) oder wenn Sie die Motten so schnell wie möglich loswerden müssen (z.B. Einzugstermin, Besuch), setzen wir zusätzlich Permethrin-basierte Sprays gegen die fliegenden Tiere und Gel-Pheromonfallen ein, um Männchen einzufangen und damit die Vermehrung zu stoppen.
Was Sie sich sparen können
- Mottenkugeln mit Naphthalin — veraltet, stinken, nicht besonders wirksam und gesundheitlich bedenklich.
- Lavendelsäckchen — gegen einzelne Motten-Weibchen vielleicht. Bei echtem Befall nutzlos.
- Zedernholz — sieht gut aus, Geruchswirkung lässt nach 6 Monaten stark nach.
- Ultraschall-Geräte — wirkungslos bei Motten.
Vorbeugung für die Zukunft
- Wolle, Kaschmir, Seide vor dem Einlagern immer waschen oder reinigen — Hautschuppen und Schweiß locken Motten an.
- Saisonale Kleidung in Stoff- oder Plastikkleidersäcken aufbewahren, nicht offen im Schrank hängen.
- Vakuumbeutel für Wintermäntel und Wolldecken im Sommer.
- Schrank ab und zu lüften — Motten mögen dunkle, ruhige, ungestörte Ecken.
- Pheromonfallen als Frühwarnsystem in den Schrank legen. Kosten: ca. 5-8 EUR für 2 Stück, halten 3 Monate.
Wann Profi?
Rufen Sie uns, wenn:
- Sie trotz aller Maßnahmen nach 6 Wochen noch fliegende Motten sehen
- Mehrere Räume betroffen sind (Schlafzimmer, Kinderzimmer, Ankleide)
- Wertvolle Teppiche, Pelze oder Sammlerstücke beschädigt sind
- Sie in einem Altbau mit Wollfilz-Isolierung wohnen — das Nestfutter sitzt dann in der Wand
Wir beraten kostenlos am Telefon unter 030 340 46 300. Mehr zur Mottenbekämpfung auf unserer Servicesseite, inklusive Preise und Verfahren.
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